Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Beitragvon KimbaBatida » Mittwoch, 10. Oktober 2018, 20:24:53

Hallo,

ich dachte erst dieses Thema würde vielleicht besser in die Zuchtecke passen, da vielleicht viele Züchter das Problem haben, aber dann habe ich mich doch entschlossen es hier reinzusetzen. Wenn es nicht passt, dann einfach woanders hinschieben. Also wenn eine meiner beiden Damen nicht mehr ist, hoffentlich lassen sie sich damit von viel, viel Zeit :cry: , möchte ich mir zu der verbliebenen Hündin einen Briard Rüden anschaffen. Eigentlich bin ich absolut gegen das Kastrieren/Sterilisieren wenn es medizinisch nicht unbedingt notwendig ist. Aber ich stelle es mir auch ungemein schwierig vor einen intakten Rüden mit einer intakten Hündin zusammen zu halten. Wer hat Erfahrung damit? Ist es machbar oder eher nur Stress für alle Beteiligte?

Ich würde dann eher den Rüden unters Messer legen, als die Hündin, ist nicht ganz so heftig. Ich habe meine erste Hündin kastrieren lassen, weil ich keine Lust auf die Läufigkeit hatte... Schande über mich.... einem Lebewesen so eine extreme Op zuzumuten nur weil man keine Lust hat auf die Hitze hat geht gar nicht.... Ausserdem ist sie inkontinent geworden und hatte weitere merkwürdige Symptome die wohl auf die fehlende Hormonproduktion zurückzuführen sind (habe viel darüber gelesen in der Zwischenzeit, ich finde nichts gehört aus einem menschlichen wie tierischen Körper einfach so entfernt wenn es nicht nötig ist, selbst der Blinddarm hat seine Daseinsberechtigung).

Soll aber jeder machen wie er meint, möchte hier um Gottes Willen keinen verurteilen, aber ich mache es nie wieder bei einer Hündin. Ist natürlich echt Mist zu sagen: aber bei einem Rüden ist das ja ned so tragisch... weiss ich, deswegen will ich es wenn möglich verhindern. Wenn es nur ein paar Tage in der Standhitze sind die ich die beiden irgendwie trennen muss, na dann geht es ja. Aber ich habe echt so gar keine Erfahrung in der Beziehung, muss man noch auf mehr achten???? Würde mich freuen wenn Ihr mir Eure Erfahrungen diesbezüglich mitteilt.
Tanja mit Batida und Kimba
Die blamabelste Angelegenheit der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste.
(Theodor Heuss)

Batida *19.10.2005
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Re: Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Beitragvon Hedi » Mittwoch, 10. Oktober 2018, 22:33:42

Wir haben genau die Konstellation: Hündin und Rüde, beide intakt :D
Bei uns klappt es sehr gut. Zoe wird nur ca alle 11 Monate läufig (ist ja oft bei Briards noch seltener) und Jasper ist nur während der vier/fünf Stehtage wirklich gestresst. Da Zoe ihn aber sowieso weg beißt :mrgreen: , brauche ich nicht 24/7 aufzupassen.
Nur nachts und wenn ich außer Haus bin, kommen die beiden in getrennte Zimmer, die ich auch abschließe ;)
Ansonsten muss der Lütte da eben durch, er frisst dann zwei Tage nichts und mag nicht wirklich arbeiten, aber es werden keine Türzargen zerbissen oder die halbe Nacht gejault. Für ein paar Tage im Jahr kann ich damit gut leben.
Ganz zur Not könnte ich meine beiden Männer (Tom und Jasper 8-) ) in den Wohnwagen ausquartieren.
Kastrieren wäre für mich auch keine Option, als einzige Möglichkeit würde ich die Sterilisation des Rüden wählen, da muss man nur sehr lange suchen, um einen TA zu finden, der diesen Eingriff durchführt. Danach dürfen die Hunde dann .......... :mrgreen:
Liebe Grüße von Hedi, Zoe, Jasper und Hundeengel Luca
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Re: Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Beitragvon Jana » Mittwoch, 10. Oktober 2018, 22:46:43

Hallo. Wir hatten auch die Konstellation. Wir haben unseren Rüden in der Zeit bei Familie und Freunden untergebracht. Denn er war die ganzen 3 Wochen lang extrem gestresst (heulen, hecheln). Er hat tatsächlich versucht, sich durch die Zarge zu beißen. In einem Raum war es kaum auszuhalten. Aus medizinischen Gründen musste er dann mit 13 Jahren kastriert werden und bei der nächsten Läufigkeit hat er nicht mal mehr geschnuppert.
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Re: Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Beitragvon jassac » Donnerstag, 11. Oktober 2018, 10:13:45

Ich hatte auch 12 Jahre diese Konstellation , dass beide Hunde intakt waren.
So jetzt kommt meine Meinung, welche viele von euch Kopf schütteln lässt.
Mein Rottweilerrüde wurde ( wie auch meine große MIXhündin ) 12 Jahre über Berlins Strassen ohne Leine geführt !
Dieses Training , diese "Strassensicherheit", war nur durch meine konsequente Erziehung hinzukriegen,
bitte Konsequenz nicht mit HÄRTE verwechseln.
Der Rotti kannte über Jahre !!! Unterordnung Unterordnung Unterordnung ,
tja und dieses Ergebnis zahlte sich auch bei Läufigkeiten meiner Hündin aus.
Na klar war er während der Läufigkeiten im Kopf "GaGa" und brauchte klare deutliche Ansagen,
aber er ließ sich innerhalb der Wohnung von mir gut bis sehr gut leiten.
Ohne Hundeschule, ohne Unterordnungsübungen hätte der Brocken in der Zeit der Läufigkeiten gemacht was ER wollte.
Das ist meine Meinung, mag veraltet sein, mag sich krass anhören, aber ICH als absoluter Chef bestimme schließlich , wer wann was darf ;)
Während der Stehtage wurden die Hunde nachts räumlich getrennt, da gab es auch kein Gejaule oder Türzargengeschreddere.
Vielleicht vielleicht hatte ich ja auch nur Glück mit meinem Rüden, vielleicht war es aber genau meine Wachsamkeit und Konsequenz bei der Erziehung ?

Gruß aus Berlin,
Jassac
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Re: Intakte Hündin und Rüden zusammen halten

Beitragvon KimbaBatida » Donnerstag, 11. Oktober 2018, 22:10:58

Vielen Dank für Eure Antworten, Ihr macht mir ein bisschen Mut, also bis auf Jana :mrgreen: Das ich den Rüden zeitweise bei Freunden/Familie unterbringen muss geht gar nicht. Alle wohnen erstens viel zu weit weg und zweitens würde ich das echt doof finden. Ich glaube wenn der Herr so ein Theater machen würde, dann würde ich den sterilisieren lassen. (in Hamburg gibt es glaube ich einen Arzt der das ohne blöd rumzumeckern machen würde, also den Weg würde ich auf mich nehmen und es mit einem Urlaub verbinden)

Als ich noch in Hamburg gewohnt habe, hatte ich einen Tiersitterservice. Unter anderem hatte ich einen Schweisshund in Tagespflege, also ich bin mit dem spazieren gegangen wenn Frauchen arbeiten gehen musste. Der war so geil erzogen, den konnte ich mitten in Hamburg ohne Leine laufen lassen, an jeder Bordsteinkante ist er von selbst stehengeblieben und hat auf das Kommando zum rübergehen gewartet. Damals hatte ich noch keinen Hund und er war mein Vorbild, so sollte auch mein Hund sein und so ist auch meine Jessy dann geworden. Ok, bei den anderen hab ich da etwas geschlampt ;) wohnen halt ned mehr in der Stadt, sind Wald- und Wiesenwuffies, wie mein Mann immer sagt. :D Na auf jeden Fall hat Ben, so hiess er, nicht mehr gehört wenn eine läufige Hündin des Weges kam. Das kam zum Glück mitten in Hamburg nicht so oft vor, aber da hat der gut hörende Jagdhund mal auf Stur geschaltet und weg war er.... :mrgreen: Also wenn Du mit Deinem Rottweiler so gute Erfahrungen gemacht hast, heisst das leider noch lange nicht das alle das so schaffen.... So viel Konsequenz in der Erziehung ist echt super!!! Hut ab!!!!

Also ich denke Erziehung ist das eine, aber der Trieb der durchkommt das andere. Manche sind so, manche so. Klar kann man jeden Hund mit viel Zwang und co dazu bringen das zu tun was man möchte, aber das ist leider nicht jedem Hundbesitzer gegeben bzw findet nicht jeder gut solche Erziehungsmethoden anzuwenden, ich übrigens auch ned :roll: Dann gehe ich lieber den Weg des geringsten Widerstandes.

Wie gesagt Ihr habt mir Mut gemacht das es funktionieren kann ohne ganz grosse Probleme, wenn man es gut getroffen hat. Also wenn man einen Rüden hat der einigermassen mitmacht. Werde es auf jeden Fall ausprobieren, wenn es nicht klappt, na dann eben nicht, dann kommt er unters Messer, aber erst werde ich es so probieren. Wenn ich sie in der Standhitze nachts und wenn ich nicht da bin, (was selten vorkommt) trennen muss, dann ist es eben so, das werde ich überleben. Bin gespannt wie es wird. Wie schon gesagt, ich hoffe die Damen lassen sich noch viel Zeit mit dem Sterben, besonders meine Oma.
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