Samthandschuhe?!?

Samthandschuhe?!?

Beitragvon Chilli » Mittwoch, 26. Januar 2011, 10:02:02

Hallöle!

Mir kommen gerade sämmtliche Hundebegegnungen in den Sinn, gewaltfrei und ganz schön gewalttätig... und frage mich jetzt, ob man einen Briard immer nur mit Samthandschuhen anfassen muß?!? Es heißt ja, dass der Briard sehr sensibel ist...

Chillis Züchterin sagte mal: Der Briard hat deshalb so langes Fell, damit man ihn besser festhalten kann... Sie hat Recht, und es schadet der Psyche des Hundes nicht. Chilli mag mich trotzdem, obwohl ich nach dem 3654mal "Pfui", als sie hinter den hauseigenen Katzen her wollte, mal eine kurzen Griff ins Fell gemacht habe. Seitdem ist Ruhe...meistens ;)

Wir hatten mal eine Hunderunde, ein Schäferhund, ein kleiner Mix und Chilli. Der Schäfer war der Boss, ca. 6 Jahre, Chilli gerade mal 8-10 Monate jung. Er konnte es absolut nicht leiden, wenn Chilli vorne "absicherte". Er hat zuerst gedroht, wenn sie nicht "gehorchte" wurden die Zähne eingesetzt. Chilli wurde dabei sogar mal blutig gebissen, am Ohr und wenn sie nicht so viel Fell hätte...wer weiß.
Ist sie deshalb psychisch kaputt? Nein, sie wurde nach Hundeart gemaßregelt. Rex konnte ihr leider nicht mehr beibringen...

Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht der Mensch, der die Prügelstrafe für den Hund gutreden will. Es gibt aber bestimmt Situationen in denen man auch einem Briard gegenüber "gewaltätig" werden darf.
Ein mir bekannter, sehr erfahrener Briardbesitzer erzählte mal, dass sein Rüde im Flegelalter, muß so um die 12 Monate gewesen sein, ganz schön "geflogen" ist. Der Halter wurde öfter angesprungen, bei 40kg :?
Der Rüde lebt noch, es geht ihm sehr gut, ist immer noch eine draufgängerische Frohnatur aber er respektiert sein Herrchen mittlerweile als "Rudelführer".

Kann man einen Briard ganz ohne Körpereinsatz erziehen???
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon jassac » Mittwoch, 26. Januar 2011, 16:35:44

Hallo Cheffe ,

Kann man einen Briard ganz ohne Körpereinsatz erziehen???


....endlich....habs geschafft ein Zitat zu basteln.... :mrgreen:

So nun hier meine Haltung zu deiner Frage bzgl Körpereinsatz bei der Erziehung eines Briards. Ich selbst "arbeite" mehr mit meiner Körperspannung/ Körperhaltung und mit meiner Stimme. Es gibt seit neuestem aber Situationen in der großen Wohnküche , wo mein Knie die Frieda wortlos wegschiebt. Ich knuffe nicht mit meinem Knie .....ich schiebe :!:

Bei meinem damaligen 55 kg. Bodybuilder Rottweiler :mrgreen: benötigte ich öfter diese Knie-Variante .....und es half .
Die Frieda ist da ein anderes Kaliber , eine eher zarte sanfte sensible Prinzessin , bei der sensiblen Briardhündin reicht schon ein scharfer energischer Tonfall meinerseits und sie würde am liebsten in den Boden versinken. Außerdem fällt es mir bei ihr doch schwer , mein Knie an ihren knöchernen Körper einzusetzen. Sie hat zwar 33 kg. , aber kaum Muskelmasse , kein Vergleich zu Rottweiler , oder kein Vergleich zu Karinas Briardrüden FINUS /53kg. ;)

Zu diesem Thema fällt mir doch wieder die Hundebesitzerin ein , die in einer TV Folge Martin Rütters leeren Selterkasten als sehr rabiat empfand. Ihre 2 :!: Ardaleterrier tanzten der Frau auf der Nase rum , drängten an der Tür immer an ihren Beinen vorbei . Martin Rütter erklärte , dass diese 2 Hunde auch sehr körperlich vorgehen , also muss man ( FRAU :mrgreen: ) sich zu helfen wissen. Er zeigte ihr , wie gewaltfrei dieses Schieben einer leeren Selterkiste gehandhabt werden sollte , die Frau tat sich sehr schwer , sie wollte ihren 2 Babys :mrgreen: nicht weh tun.....schnieeef.
Ich bin fast in den Fernseher gesprungen , so unfähig , so hilflos überfordert war diese Frau mit 2 x 35kg. Brocken Terrier. Martin Rütter zweifelte anfangs an der Kompetenz dieser Frau , er schlug sogar eine Trennung vor , weil er sah wie rabiat diese Terrier mit ihr umgingen. Ich staunte nur darüber , wie lange und intensiv diese Hunde die Führunng übernommen hatten , ich staunte wie grob und rabiat die Hunde ihren Willen durchsetzten.
Es nahm ein gutes Ende , die Frau übte und übte und konnte ihre beiden Terrier behalten.

Gruß Jassac
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Chilli » Mittwoch, 26. Januar 2011, 18:31:14

Danke für Deine Antwort. Bei uns reicht normalerweise auch das leise zischen oder abdrängen.
Aber was macht man mit einem Briard, der gerade dabei ist die Welt zu entdecken und merkt, dass seine 68cm und das Grollen Eindruck hinterlassen?
Wenn die Halter nicht mehr bürsten können, weil er die Zähne zeigt? Uvm.
Klar, da ist von Anfang an was falsch gelaufen. Eventuell wurde nicht genug über diese schöne Rasse gelesen?!?
Muß man sich von 40kg Hund anspringen lassen, in einem Moment beim Spiel auf der Wiese? Chilli hätte im Flegelalter beim Spiel auch nicht auf´s Zischen gehört 8-)

Fragen über Fragen... :)

PS: Die Sendung hab ich auch gesehen :roll: und mit dem Kopfschütteln konnt ich nicht mehr aufhören
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Randy » Mittwoch, 26. Januar 2011, 23:54:19

War letztens auf nem Seminar bei ner Briardzüchterin mit HuSchu und die meinte, als die Leute nicht so richtig körperlich mit ihren Hunden umgehen wollten, weil sie Angst hatten ihnen weh zu tun ;), man solle einfach mal beobachten, wie sie miteinander spielen, raufen etc.. Das bedeutet ja nicht, seinen Hund zu schlagen, aber in die Flanke zwicken oder mit dem Bein oder ganzen Körper abdrängen, ist keine Gewalt...Hunde agieren selbst ja auch rein körperlich. Aber wir Menschen greifen schneller zu allen mögl. Hilfsmitteln bis hin zum Stachler und Co., als dass wir dem Hund einfach auf seine Weise klar machen, was wir von ihm wollen. Und es war krass, zu sehn, wie schnell die Wauzis mitunter begriffen, was man von ihnen wollte. Randy wird auch ab und an am Bart gepackt oder wo man sonstwie Fell erwischt und er ist immer noch in meiner Nähe...;)
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Transdat » Donnerstag, 27. Januar 2011, 09:58:01

@Randy: Du warst bei Elke, gell? Wir waren da letzten Herbst auch und es war schon sehr beeindruckend was die Chefin des Hexenhofs so alles zu erzählen wusste...

Ich seh das auch so wie hier im Fred bereits ausgeführt. An einem Knuff und einer Standpauke ist noch keiner gestorben und das gilt auch für Briards im Flegelalter. Jule ist zwar auch mehr in der sensiblen Ecke, trotzdem reagiert sie, wenn sie ihre Eskapaden mal wieder übertreibt, durchaus auf einen beherzten Griff in Ihren Bart mit gleichzeitiger verbaler Standpauke. Auch sie will am liebsten im Boden versinken und ist völlig ausser sich, versteht aber sehr wohl dass hier gerade etwas schieflief. Danach haben wir dann einen völlig anderen Hund, zumindest ne Zeitlang :D

Ich denke dass viele Erziehungsprobleme heute auch mit dem Zeitgeist zu tun haben. Hardliner sind out, Win-Win-Strategien dafür sehr in. Authoritäre Entscheidungen waren Gestern, heute schliesst man Kompromisse. Wenn ich mir früher vom Lehrer eine gefangen hatte erwähnte ich das zu Hause tunlichst nicht, die nächste Ohrfeige wäre mir sicher gewesen. Heutzutage besucht man bei einem solchen Vorfall den Anwalt seines Vertrauens.

Früher hatte man Kinder, heute jedoch Weltwunder, deren Namen es sich ans Autoheck zu kleben lohnt... Zurück zum eigentlichen Thema:
Hundeerziehung in diesem Stil geht in die Hose und ist der Grund für die florierenden Geschäfte der Hundeflüsterer. Fakt ist,dass ein Hund klare Ansagen braucht, ein Regelwerk und Grenzen, die es zu respektieren gilt. Das gilt besonders für Welpen, später wenn die Grenzen "sitzen" ist auch mal eine "Ausnahme" möglich.

Juergen
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Chilli » Donnerstag, 27. Januar 2011, 10:21:30

@Juergen Hast ja gar nicht so unrecht, auch in der Kindererziehung spiegelt sich die Einstellung vieler wieder. Deshalb gibt es auch so viele Kinderflüsterer ;)
In der heutigen Gesellschaft ist es oft so, dass man Kind und Hund auf die eigene, gleiche Ebene stellt. Es wird geredet, diskutiert und dann doch nachgegeben :roll: Aber weder ist ein Kind erwachsen, noch ist ein Hund ein Mensch.
Hunde haben sich sehr gut angepasst. Wenn ich ihm aber erzähle: Nein, das darfst Du nicht, böser Schnuffel (säusel), warum machst Du das?!? - kommt nicht viel beim Hund an... Wäre wirklich mal interressant in den Gehirnwindungen der Wauzies "nachzulesen" :D
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Randy » Donnerstag, 27. Januar 2011, 15:46:22

Genau richtig erkannt, Jürgen, es war bei Elke. Waren auf einem Leinenorientierungs-Semi und einem für Jagdabbruch ;).
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Transdat » Donnerstag, 03. Februar 2011, 09:45:08

In diesem Zusammenhang ml eine nette Geschichte, geschehen vorgestern kurz nach dem Verlassen unseres Hauses zur Gassirunde:

Jule hat mal wieder völlig vergessen, dass ich hinten an der Leine hänge und zieht wie blöd. Der Weg ist vereist, ich werde sauer. Ich lasse sie absitzen und greife ihr beherzt in den Bart um der Standpauke in meiner tiefsten Basslage ein wenig mehr Wirkung zu verleihen. Das beeindruckt sie übrigens immer sehr und hilft ungemein.

Ein junges Mädchen, wohl so um die 22, nähert sich, sieht uns und es ergibt sich folgende Unterhaltung

Mädchen: Na hörn sie mal, dass geht doch gar nicht; sie mißhandeln ja das arme Tier. Was bilden Sie sich ein!

ich: äh

Mädchen: Man sollte Sie beim Tierschutz anzeigen, das ist ja ungeheuerlich

ich: Ja haben sie denn Erfahrung in der Hundeerziehung?

Mädchen: Das tut doch gar nichts zur Sache, das sieht man doch dass dem Tier hier Gewalt angetan wird.

ich: (eine Visitenkarte suchend) Hier haben sie meine Karte, sie könne mich aber auch gerne mal besuchen um sich persönlich zu überzeugen wie der Hund bei uns leiden muß...

Freund des Mädchens, spätpubertierend, lässig am Auto wartend: Da hätte ich dann aber was dagegen!!!

ich: (kopfschüttelnder Abgang ohne weitere Kommentare) Tiere können zwar jede Art von Unterstützung brauchen aber ab und an ist's dann doch zu viel...


Manchmal ist die Weisheit des Alters echt hilfreich, noch vor 10 Jahren hätte ich mit den beiden rumgezofft dass sich die Balken gebogen hätten ;)
Transdat
 

Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Chilli » Donnerstag, 03. Februar 2011, 10:03:38

Ohhhh, solche Menschen liebe ich...die müßte ja dann jeden raufenden Hund anzeigen :roll:
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Hedi » Samstag, 05. Februar 2011, 00:01:08

Ich hab ja im vorigen Thread schon geschrieben, meiner Meinung nach ist der goldene Mittelweg der richtige.
Nur Loben und Leckerchen wird nicht funktionieren. Wie soll ich dann z.B. einen Hund davon abhalten Essen vom Tisch zu klauen ?
Indem ich ihm ein Frolic vor die Nase halte, klappt es bestimmt nicht :mrgreen:
Liebe Grüße von Hedi, Zoe, Jasper und Hundeengel Luca
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Aloha » Dienstag, 22. Februar 2011, 20:33:23

@transdat

Ich wäre so gerne, wirklich so richtig gerne dabei gewesen... :mrgreen:

Aber.....
eigentlich ist es gut, wie die junge Dame reagiert hat. Sie hat zwar definitiv keine Ahnung von Hunden, vor allem nicht von Briards ! Aber sie hat Courage gezeigt, oder?

Obwohl heutzutage Courage gegenüber Tieren größer geschrieben wird, als gegenüber Menschen!

Fazit: Ziemlich überzogene Reaktion der jungen Lady. Ich wäre wahrscheinlich nicht so cool geblieben wie Du, "transdat" ! ;)


Wünsche allen so richtig gutes Wetter. Chilli und ich gehen jetzt mit Delphinen tauchen ! :mrgreen:
Aloha
 

Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Chilli » Sonntag, 07. August 2011, 23:53:12

Es gibt Menschen die haben eine andere Meinung:
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http://briardforum.plusboard.de/ab-wann-ist-gewalt-gewalt-t543-15.html


bzw. möchten einiges falsch verstehen...
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Re: Samthandschuhe?!?

Beitragvon Pontone » Montag, 08. August 2011, 00:12:52

Also meine Vanessa findet es toll wenn sie mich auf der Luftmatratze durchs Wasser ziehen darf und da halte ich mich auch am Fell fest.
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